Virtuelles Lesescafé

  • Samstag, 1. August 2020 von Cornelia Krüger

    Angie Thomas

    The Hate U Give

  • Samstag, 1. August 2020 von Anita Völker

    Jennifer Ryan

    Der Frauenchor von Chilbury

  • Samstag, 1. August 2020 von Annette Gräbner

    Milena Michiko Flasar

    Herr Kato spielt Familie

Cornelia Krüger Samstag, 1. August 2020 von Cornelia Krüger

Angie Thomas

The Hate U Give

Hat einen hoch aktuellen Jugendroman geschrieben, der 2017 erschienen ist und es auf Anhieb auf die New York Times Bestsellerliste geschafft hat. 2018 wurde das Buch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Der gleichnamige Kinofilm hatte 2019 in Deutschland Premiere.

„T-H-U-G L-I-F-E The Hate You Give Little Infants Fucks Everybody – was die Gesellschaft den Menschen als Kindern antut, das kriegt sie später zurück, wenn diese raus ins Leben ziehen.“ (Im Sinne des Rappers Tupec) Starr ist 16.Mit Ihrer Familie lebt sie in einem Schwarzen Viertel in Jacksonville. Dort gibt es Banden Gangs und Clans die sich bekriegen. Es geht um Drogen und Macht. Schießereien sind an der Tagesordnung. Eine recht unruhige ungemütliche Gegend.

Starrs Familie versucht sich aus allem rauszuhalten und ein möglichst „normales“, friedliches Leben zu führen. Ihr Vater besitzt einen Laden, die Mutter arbeitet als Krankenschwester im Krankenhaus. Starr und ihre beiden Brüder Seven und Sekani besuchen eine Schule in einem Viertel für Weiße, da die Eltern ihren Kindern gute Startmöglichkeiten garantieren wollen. Das Mädchen fühlt sich dadurch in zwei Welten Zuhause. Ihr Verhalten passt sie der jeweiligen Umgebung an. Mit ihren weißen Schulfreundinnen lebt sie ein anderes Leben als das im Schwarzen Viertel. Sie hat einen weißen Freund Chris, von dem ihr Vater besser nichts wissen sollte, der Rest der Familie ist eingeweiht. Der Roman ist in Ich-Form geschrieben. Starr erzählt ihr Geschichte. Starr ist auf einer Party, sie fühlt sich unwohl in dieser Umgebung. Es wird gekifft und zu viel getrunken, was ihr nicht gefällt. Als plötzlich Schüsse fallen und Panik ausbricht entdeckt sie ihren Kinderfreund Khalil. Die beiden flüchten vor den Schüssen in Khalils Auto und fahren weg.

Sie werden von einem Polizisten angehalten und kontrolliert. Ohne ersichtlichen Grund erschießt der Polizist Khalil vor Starrs Augen. Als Zeugin dieser Tat, beginnt für sie aber auch für ihre Familie eine schwierige Zeit. Im Prozess sagt sie aus und macht sich dadurch einige zu Feinden. Die Einzigen auf die sie sich voll verlassen kann, die immer zu ihr stehen und sie liebevoll unterstützen, ist ihre Familie.

Annette Gräbner Samstag, 1. August 2020 von Annette Gräbner

Milena Michiko Flasar

Herr Kato spielt Familie

Dieses Buch der Autorin Milena Michiko Flasars, die als Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters mit ihrer Familie in Wien wohnt, führt uns nach Japan. Herr Kato ist ein Mann, der gerade in seinen Ruhestand getreten ist. Er lebt mit seiner Frau, die beiden Kinder sind bereits verheiratet, im eigenen Haus, das hoch oben über der Stadt einen herrlichen Ausblick bietet – vor allem zu Silvester beim Feuerwerk. Allerdings wird der Weg nach oben im Alter beschwerlicher, zumal das Ehepaar kein Auto besitzt.

Der Ruhestand bedeutet für Herrn Kalo eine Herausforderung, er muss sich jenseits seiner Berufsausübung neu erfinden. Ob er an einer Krankheit leidet, in deren Verlauf er sich fügen muss? Auf dem Weg von der Untersuchung nach Hause wagt er auf dem Friedhof einen phantasievollen Solotanz, den er wegen des Klatschens einer jungen Frau jäh beendet. Sie freut sich über seine Darbietung und entpuppt sich als Mitglied einer Agentur, die „Familie spielt“. Herr Kalo reagiert zunächst ungläubig, lässt sich dann aber von Mie engagieren. Mie erklärt ihm, dass er in diversen Familien Rollen übernehmen und diese schauspielerisch in der Familie lebensecht darstellen muss. Herr Kalo schlüpft in die Rolle des Großvaters, der einige Stunden den Enkel Jordan besucht, den er bisher abgelehnt hat. „Menschlich“ und „so normal wie möglich“ soll sich Herr Kalo dem Jungen zuwenden. Er wird Begleiter von Chieko, deren Ehemann sie nicht zu Wort kommen lässt, wird der Chef auf einer fast makabren Hochzeitsfeier…. Alle Einsätze gehen einher mit Reflektionen über die Lebenswirklichkeit der „Kunden“ sowie sein eigenes Leben: seine Berufstätigkeit, seine Rolle als Kollege, Vater und Ehemann. Im realen Leben tauchen Tochter und Sohn mit ihren Problemen auf, seine Ehefrau versucht, in ihrem Leben Versäumtes nachzuholen. Die Leser lernen einen Herrn Kalo kennen, der sich bemüht, den Erwartungen zu genügen, die in seinem realen Leben an ihn gestellt werden, der häufig durch ungeschickte Kommunikation diesen Erwartungen jedoch nicht gerecht werden kann. Er erkennt dies. Das Buch gibt tiefe Einblicke in eine lang währende Ehe und die Auseinandersetzung mit dem Leben im Alter. Am Schluss des Buches wird übrigens der Bogen vom Feuerwerk am Anfang des Buches zu dem am Ende des Buches gespannt. Ein Buch mit makabren, lustigen und vielen nachdenklichen Inhalten, das vor allem diejenigen ansprechen wird, die sich einen Einblick in die psychologische Verfassung eines langjährigen Ehepaares und die Gestaltung des Rentneralltages ermöglichen wollen.

Aus der Presse habe ich übrigens zufällig erfahren, dass es in Japan tatsächlich möglich ist, Familienangehörige für bestimmte Zwecke zu mieten.

Anita Völker Samstag, 1. August 2020 von Anita Völker

Jennifer Ryan

Der Frauenchor von Chilbury

Der Erstlingsroman von Jennifer Ryan basiert auf Erzählungen ihrer Großmutter. Es ist die Geschichte von fünf Frauen im Kriegsjahr 1940 in dem kleinen Ort Chilbury in der Grafschaft Kent. 

Immer mehr Männer müssen an die Front, da beschließt der Pfarrer den Chor der Gemeinde aufzulösen, was die Frauen zutiefst enttäuscht. Dann zieht die Musikprofessorin Primrose Trent aus London in den Ort. Prim, wie sie allen genannt wird, ist der Überzeugung, dass Musik in schwierigen Zeiten wichtig ist und schlägt die Gründung eines reinen Frauenchores vor. Nach anfänglicher Skepsis sind alle - oder fast alle - überzeugt, dass ein Chor auch ohne Bässe und Tenöre funktioniert.

 

Fünf Menschen erzählen ihre Geschichte aus ihrer Sicht. 

Mrs. Tillings, Witwe und Mutter eines jungen Soldaten, Krankenschwester.

Miss Edwina Paltry, eine etwas zwielichtige Hebamme, die sich mit dem tyrannischen Herrn von Chilbury Manor auf einen illegalen Handel einlässt dem

Gutsherrn einen männlichen Erben zu sichern.

Kitty Winthrop, 13 Jahre alt, verliebt in Henry, der auch in den Krieg ziehen muss.

Venetia Winthrop, Schwester von Kitty, die Dorfschönheit, deren einziges Ziel es ist, alle männlichen Wesen in ihren Bann zu ziehen, sie ist eitel und arrogant.

Silvie, 10 Jahre alt, eine Jüdin aus Tschechien, die von ihrer Familie nach England geschickt wurde und dort im Haus der Winthrops wohnt.

Von diesen fünf Personen erfahren wir eine Geschichte voller Intrigen, Romantik und die wichtigsten Fragen in einer schweren Zeit, in der gerade die Stärke der Frauen nicht nur im Chor, sondern auch im Alltagsleben zunimmt.

 

Im letzten Absatz des Buches kommt noch einmal die Großmutter der Autorin zu Wort, die auf die Frage, wie die Frauen im Dorf den Krieg bewältigten, sagt:

"Nicht besonders gut, würde ich sagen, bis eines Tages eine neue Chorleiterin ins Dorf kam und uns ermutigte, gemeinsam zu singen - und zwar als reiner Frauenchor. Seither waren wir unter dem Namen "Frauenchor von Chilbury" bekannt. Zuerst erschien uns die Idee völlig absurd, doch dann gewannen wir einen Wettbewerb und da wurde uns klar, dass wir richtig gut waren und dass wir als Chor das tun konnten, was uns Spaß machte,also auch Liederabende veranstalten und Wohltätigkeitskonzerte geben. Danach fiel uns auf, dass wir vieles sogar besser allein oder mit Unterstützung der anderen Frauen hinbekamen. Gemeinsam sind wir gewachsen und stärker geworden. Man sollte nicht unterschätzen."

Ev. Kirchengemeinde Auf dem Berg - Paul-Gerhardt-Str. 2 - 63584 Gründau - Tel.: 06051 140 60 - info@kirche-aufdemberg.de

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